Interview mit Friederike Greilich – Virtuelle Assistentin für die Landwirtschaft

Virtuelle Assistenz Landwirtschaft Beitragsbild

Friederike Greilich ist bekannt als „Die Bauernhof VA“. In diesem Interview verrät Friederike, wer genau zu ihren Kunden zählt, welche Aufgaben sie erledigt und wie sie auf diese ungewöhnliche Zielgruppe kam.

Liebe Friederike, du bist “Die Bauernhof VA” – also Virtuelle Assistentin für die Landwirtschaftsbranche. Wer zählt zu deinen Kunden?

Meine Kunden sind vor allem die Gastgeber in der Landwirtschaft, das heißt Landwirtinnen und Landwirte, die ihre Kunden und Gäste direkt auf ihrem Hof willkommen heißen, also zum Beispiel Direktvermarkter, Betreiber von Hofläden, Hofcafés, Ferienbauernhöfen, Erlebnisbauernhöfen etc.

Welche Aufgaben erledigst du für deine Kunden?

Mein zentrales Thema ist die Kundenkommunikation – vor, während und nach dem Besuch der Gäste auf dem Hof. Ich helfe meinen Kunden, dass ihre Zielgruppe sie findet, kennenlernen möchte und zu ihnen kommt, um zu bleiben. 

Im Kern biete ich meinen Kunden daher vor allem Textarbeit an: Für ihren Newsletter, die Website, den Blog, ihre Social Media Kanäle, aber auch für Offline-Medien wie Speisekarten, Hinweisschilder, Gästemappen in den Ferienwohnungen etc. 

In einem gewissen Rahmen setze ich das gern auch technisch um, pflege Websites und Social Media Kanäle, gestalte mal ein schlichtes Dokument oder Grafiken in Canva, erkläre, warum Marke und Branding so wichtig und sinnvoll sind, oder fuchse mich in Newsletter-Tools ein. 

Dabei kenne ich auch meine Grenzen und weiß, wann ich an diesen Stellen besser an Spezialisten auf dem jeweiligen Gebiet abgebe – und dabei hilft meine Freude am Netzwerken: Ich habe schon einige tolle Kolleginnen und Kollegen kennengelernt, deren Stärken da beginnen, wo meine aufhören, und die ich dann gern miteinbeziehe.

Wie bist du dazu gekommen, in der Landwirtschaftsbranche tätig zu werden?

Ich bin selbst auf einem Hof im Münsterland aufgewachsen. Auch wenn ich nach dem Abi ausgezogen bin, in Halle (Saale) und in Spanien BWL studiert habe, in Spanien und Chile zum Praktikum war und heute zwischen Duisburg und Düsseldorf lebe – diese Wurzeln, diese Kindheit auf dem Bauernhof, die bekommst du aus mir nicht mehr raus. Im Herzen bin und bleibe ich ein Bauernkind. 

Einer meiner Brüder hat den Hof 2012 von unserem Vater übernommen und von einem Schweinemast- und Ackerbaubetrieb umgebaut zu einem Direktvermarkter für Spargel, Erdbeeren und weitere Sonderkulturen. Heute betreibt er zwei Hofläden, eine gut gebuchte Event Location in unserem “Alten Kuhstall” (den übrigens mein anderer Bruder aus- und umgebaut hat, es ist halt ein richtiger Familienbetrieb) und mehrere Selbstpflückfelder rund um den Hof, auf denen die Kunden Erdbeeren, Mais, Buschbohnen, Zwiebeln und auch schon mal Kartoffeln selber ernten können. In diesem besonderen Jahr konnten sie sogar ihren Spargel zum ersten Mal selber stechen.

Diese ganze Entwicklung habe ich von Anfang an kommunikativ begleitet, betreue seit den Anfängen den Facebook-Account und die Website (inhaltlich), entwickle gemeinsam mit seiner Grafikagentur den einen oder anderen Flyer etc. 

In diesem Jahr mit seinen besonderen Herausforderungen habe ich zum Beispiel auch einen Onlineshop aufgesetzt, sodass mein Bruder einen Lieferdienst anbieten konnte, und hatte an meinem Schreibtisch aus der Entfernung das Projektmanagement für das Spargel-Selberernten in der Hand. Im Grunde bin ich daher schon seit acht Jahren “Die Bauernhof VA”, ich wusste es bislang nur nicht 🙂 .

Zu Beginn meiner Selbstständigkeit habe ich mich sehr schwer damit getan, mich auf eine Zielgruppe festzulegen und habe mich dabei lange im Kreis gedreht. Klar hab ich auch ab und zu mit dem Gedanken gespielt, die Landwirtschaft in den Fokus zu nehmen, habe mich aber aufgrund meiner eigenen Zweifel und denen Dritter dann doch immer wieder davon abbringen lassen.

Bis ich eines Sonntagmorgens buchstäblich unter der Dusche den Entschluss gefasst habe: So. Ich versuche das jetzt einfach mit der Landwirtschaft. Und zwar mit der gastgebenden Landwirtschaft. Mittwochs habe ich dann meinen ersten Instagram-Post abgesetzt, und donnerstags hatte ich bereits die Anfrage eines auf die Landwirtschaft spezialisierten Foto- und Videografen im Postfach, der noch dazu ausgebildeter Designer für Visuelle Kommunikation ist, und mit dem ich nun an einer Kooperation arbeite. Dazu kamen die vorläufige Vortragsanfrage für das Jahrestreffen eines Arbeitskreises von Ferienbauernhöfen, binnen kürzester Zeit ganz viel tolles Feedback aus der VA-Community und zunehmend auch aus meiner Zielgruppe. Das mit der Sichtbarkeit funktioniert also schon mal gut. 

Seit dem Moment der Entscheidung für diese besondere Zielgruppe fühlt sich einfach alles rund und richtig an.

Hast du mit einer hohen Konkurrenz zu kämpfen, oder hast du mit deiner Spezialisierung ein Alleinstellungsmerkmal?

Bei allem, was ich bisher gesehen habe, bin ich als VA mit dieser Spezialisierung einzigartig. Es gibt Anbieter, die ähnliche Services anbieten, aber oft eher lokal bis regional oder als Agentur und nicht als virtuelle freie Mitarbeiter.

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Wie läuft bei dir die Kundengewinnung ab? Wirst du von deinen Kunden gefunden oder musst du aktiv Kundenakquise betreiben?

Es ist ein guter Mix. Zum einen versuche ich über die sozialen Medien und bald auch meinen Blog mit gutem Content Kunden anzuziehen. Dass dies nicht von heute auf morgen funktioniert, wissen wir ja alle, ich merke allerdings, wie meine Sichtbarkeit und das Interesse steigen. Naturgemäß kenne ich auch selbst eine Menge Landwirte, habe einige in der Familie, und meine Familie ist natürlich auch gut vernetzt, sodass da über Mundpropaganda auch einiges passiert.

Wie schätzt du den Bedarf deiner Branche nach Virtuellen Assistenten? Gibt es viele potentielle Kunden in der Landwirtschaftsbranche?

Ich glaube, dass der Bedarf durchaus da ist, auch wenn diejenigen, die ihn haben, das noch nicht unbedingt wissen 🙂 . 

Ich glaube auch, dass in den nächsten Jahren, unter anderem als direkte Folge der Corona Pandemie, viele Deutsche auf Urlaub im Inland umsteigen werden und die Branche entsprechend davon profitieren wird. Die Hofläden haben durch Corona schon in diesem Jahr durch die Bank eine gestiegene Nachfrage nach ihren regionalen Produkten feststellen können, und die Hoffnung ist natürlich, dass dieses Bewusstsein beim Verbraucher bleibt und weiter wächst. Insofern sehe ich in der Branche durchaus auch künftig großes Potenzial.

Wie lange bist du schon Virtuelle Assistentin?

Offiziell selbstständig gemacht habe ich mich Anfang dieses Jahres, für meine Familie “nebenbei und abends vom Sofa aus” bin ich schon seit 2012 “Die Bauernhof VA”.

Wann oder wo hast du zum ersten Mal von der Virtuellen Assistenz gehört?

Ich habe Mitte letzten Jahres, während meiner zweiten Elternzeit, damit begonnen, mich sehr intensiv damit auseinanderzusetzen, wie es beruflich für mich weitergehen sollte. Dabei habe ich sehr, sehr viele Podcasts gehört, unter anderem die von Lena Busch von Familienleicht. In einer Folge des Familienleicht-Podcasts, die ich fast nicht gehört hätte, weil mich das Thema eigentlich nicht ansprach, war dann die Rede von der Virtuellen Assistenz. Da habe ich angefangen zu recherchieren und bin ziemlich bald auf dich, Fidan, und deinen tollen Mentoring-Kurs mit seiner großartigen Community gestoßen.

Welchen Beruf hast du ursprünglich erlernt? Hilft dir dein beruflicher Background bei deiner Tätigkeit als Virtuelle Assistenz? Welche Fähigkeiten, die du dir während deiner Anstellung angeeignet hast, bringen dir Vorteile?

Ich habe ursprünglich BWL studiert mit den Schwerpunkten Marketing und Handel sowie Controlling, wobei immer klar war, dass meine Stärken im Sprachlich-Organisatorischen, also der Kommunikation liegen. 

In all meinen Jobs seit dem Studium standen dann auch die Kommunikation mit dem Kunden, das Organisieren und Netzwerken im Mittelpunkt meiner Arbeit. Ich habe im Sponsoring-Team der Kulturhauptstadt Europas RUHR.2010 die Einbindung der Sponsoren in die Kommunikation und das Programm der Kulturhauptstadt koordiniert. 

Im Anschluss habe ich einige Jahre mit großer Freude als Projektmanagerin für mittlere und große Angebotsprozesse einer Big-4-Wirtschaftsprüfungsgesellschaft gearbeitet. Unsere Abteilung war im Grunde eine kleine Inhouse-Agentur mit Grafikern, Textprofis und eben uns Projektmanagern, die wir auch sales-strategisch beraten haben.

Dann bin ich zu einem großen Anbieter von (Halb-)Jahres-Schüleraustauschen gewechselt und war dort bis zur Geburt meiner Kinder Schnittstelle zwischen den Kollegen im Gastland und den Eltern der Jugendlichen, die gerade für ein halbes oder ganzes Jahr in den USA, Großbritannien oder Irland in einer Gastfamilie lebten. 

Also ja, die professionelle, oft anspruchsvolle Kundenarbeit meiner Angestelltenjahre hilft mir heute sehr.

Vielen Dank für das Interview liebe Friederike!

Virtuelle Assistenz Landwirtschaft Virtuelle Assistentin Bauernhof

Friederike berät und unterstützt als freie Mitarbeiterin für Marketing und Kommunikation ihre Kunden bei der Social-Media- und Marketingarbeit für deren Erlebnis- oder Ferienbauernhof, Hofladen, Hofcafé – oder in welchem Rahmen auch immer sie Kunden auf ihrem Hof willkommen heißt.

Mehr über Friederike findest du auf ihrer Website oder auf Instagram.

Virtuelle Assistenz Landwirtschaft Bauernhof VA


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