Interview mit Andrea Hummelmeier – Virtuelle Assistentin für Onlinekurs Anbieter

Virtuelle Assistenz Onlinekurse Onlinekurs Anbieter

Liebe Andrea, du bist als Virtuelle Assistentin spezialisiert auf Onlinekurse. Wer zählt zu deinen Kunden?

Zu mir kommen Menschen, die bereits einen Onlinekurs erstellt haben oder gerade einen planen. Und auch diejenigen, die mitten im Kurs merken, dass ihre Teilnehmer*innen noch nicht ganz zufrieden sind oder deutlich mehr Unterstützung brauchen.

Welche Aufgaben erledigst du für deine Kunden?

Zu meinen Hauptaufgaben gehört die Erstellung zielgerichteter Arbeitsmaterialien. Dabei geht es weniger um ein großartiges Design, sondern tatsächlich um die inhaltliche Erstellung. Welche Fragen und Aufgabenstellungen bringen die Teilnehmer*innen wirklich vorwärts? Welche zusätzliche Arbeitsmaterialien können ihnen bei der Umsetzung der Kursinhalte helfen?
Am liebsten bin ich bei Live-Kursen dabei. Da geht es neben der Erstellung von Arbeitsblättern und Workbooks auch darum, dass das Wissen und der Input verschriftlicht wird, so dass die Teilnehmerinnen alles noch einmal nachlesen können.
Und dann sind da noch die vielen kleinen und großen Aufgaben, die ich ab und zu mit übernehme: Einpflegen der Inhalte auf Kursplattformen, Betreuung von Teilnehmer*innen bei konkreten Fragen zu Kursinhalten (eine Mischung aus Kundenservice und Community-Management), Händchen halten in der Launchphase, Inhalte strukturieren und Präsentationsfolien erstellen.
Jeder Kunde und jede Kundin hat da ganz eigene Bedürfnisse, wo zusätzliche Unterstützung wichtig wird.

Wie bist du dazu gekommen, dich auf Onlinekurse zu spezialisieren?

Die Vermittlung von Wissen liegt mir im Blut. Schon in der ersten Klasse stand fest, dass ich Lehrerin werden will. Und auch wenn sich dieser Wunsch in der Kindheit und Jugend noch einige Male verändert hat, habe ich letztlich doch auf Lehramt studiert und später jahrelang in einem Bildungsunternehmen gearbeitet. Hier habe ich Lehrpläne entworfen, Unterrichtsmaterialien erstellt, Grundschüler*innen unterrichtet, Student*innen geschult und noch einiges mehr.
Im Nachhinein betrachtet, hatte ich gar keine andere Wahl, als mich auf Onlinekurse zu spezialisieren.

Als ich mit der Virtuellen Assistenz anfing, hatte ich übrigens auch den berüchtigten Bauchladen mit dabei. Ich dachte, ich muss erstmal alles anbieten, was ich kann, damit ich Kund*innen finden.

Mein allererster Kunde brauchte dann Unterstützung bei einem seiner Onlineprogramme. Und schon im Erstgespräch konnte ich ihm ganz genau sagen, was ich erstellen, was seinen Teilnehmer*innen weiterhelfen kann und worauf es dabei ankommt. Das war ein tolles Gefühl und hat mich zum Nachdenken gebracht. Kurz danach habe ich mich dann komplett auf Onlinekurse spezialisiert.

Und das liebe ich so an der Virtuellen Assistenz: Ich kann meine Leidenschaft ins Rennen werfen und andere mit meinen Fähigkeit unterstützen. So habe ich jeden Tag mit dem zu tun, was ich selbst liebe.

Wie hast du dich weitergebildet, um Expertin für Onlinekurse und Onlinekurs-Materialien zu werden.

Ehrlich gesagt, gar nicht. Denn mein Wissen habe ich bereits aus dem Studium und vor allem der Arbeit im Bildungswesen mitgebracht. Ich hatte von Anfang an die besten Startvoraussetzungen für Onlinekurse, da ich (nach meiner Positionierung) tatsächlich nur die Didaktik und Methodik für Arbeitsmaterialien angeboten habe.
Der Rest hat sich dann mit der Zeit entwickelt. Ich arbeite mich unglaublich gerne in neue Programme ein und bin eine absolute Anhängerin des Lebenslangen-Lernens.
Um Up-to-Date zu bleiben, nutze ich selbst auch meist Onlinekurse (und manchmal muss ich auch charmant mit der Kursleitung “meckern”, weil die Arbeitsmaterialien wenig hilfreich sind – und ich habe dadurch dann auch schon Kund*innen gewonnen).

Hast du mit einer hohen Konkurrenz zu kämpfen oder hast du mit deiner Spezialisierung ein Alleinstellungsmerkmal?

Die einzige VA für Onlinekurse bin ich zum Glück nicht. Da ist aber noch sehr viel Potenzial nach oben möglich.
Wenn es speziell nur um die Inhalte der Arbeitsblätter geht, bin ich noch relativ allein unterwegs. Ich würde es aber tatsächlich nur denjenigen empfehlen, die bereits ein didaktisches Grundverständnis haben. Man muss z.B genau ausloten können, welche Inhalte nicht relevant sind und die Teilnehmer*innen am Ende nur überfordern würden. Oder Wissen, wie und womit das jeweilige Lernziel erreicht werden kann. Wenn das nicht stimmig ist, springen die Teilnehmerinnen ab, sind demotiviert und der Kurs, der inhaltlich noch so gut sein kann, wird plötzlich zum Ladenhüter.

Wie läuft bei dir die Kundengewinnung ab? Wirst du von deinen Kunden gefunden oder musst du aktiv Kundenakquise betreiben?

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Ganz unterschiedlich. Am Anfang lief viel über Weiterempfehlungen und das charmante “Meckern” über die Arbeitsmaterialien bei Onlinekursen, an denen ich als Teilnehmerin dabei war. Dadurch habe ich mir meine Kund*innen im Prinzip selbst ausgesucht. Ab und zu wurde ich auch über die Sozialen Medien gefunden. Ich glaube das wichtigste ist es einfach sichtbar und präsent zu sein. Aber das gilt für alle Positionierungen. Nicht abwarten, bis man gefunden wird oder ausschließlich nur auf Gesuche in Facebookgruppen reagieren, sondern zeigen, was man kann und vor allem, wie potenzielle Kundinnen davon profitieren können.

In einem meiner früheren Blogbeiträge habe ich erklärt, dass Onlinekurs Anbieter zu den Haupt-Zielgruppen für VAs zählen und bei Onlinekursen und Mitgliederbereichen viele Aufgaben an VAs ausgelagert werden können. Würdest du bestätigen, dass man mit dieser Spezialisierung als VA gerade jetzt viele Auftraggeber finden kann und schnell ausgebucht ist?

Absolut! Gerade die administrativen Aufgaben werden gesucht und gebraucht. Einen Onlinekurs zu erstellen bedeutet immer einen hohen Zeitaufwand und momentan gibt es viele, die von offline zu online gehen und für die gerade jetzt alles neu ist.

Und die Möglichkeit in dem Bereich sind so vielfältig.

Gerade die administrativen Aufgaben drumherum, nehmen sehr viel zusätzlich Zeit in Anspruch, die viele Kurserstellerinnen im Vorfeld nicht bedacht haben. Allein mit dem Einstellen der Inhalte auf Kursplattformen und dem Videoschnitt verzetteln sich einige Kurserstellerinnen gerne. Für mich gehört zu einem guten Onlinekurs auch immer ein gutes Communitymanagement. Auch hier gibt es noch Lücken für VAs zu füllen. Und dann ist da noch die Launchphase, die für einige zum Zeitfresser Nummer 1 werden kann. Denn oft ist der Kurs noch nicht fertig gestellt, muss aber schon beworben werden.

Bei Arbeitsmaterialien ist das im Moment noch etwas anders. Die meisten Kursersteller*innen denken, dass nur sie ihr Wissen auch in Arbeitsmaterialien verwandeln können und dass die Arbeit mit einer VA zusätzlichen Stress bedeutet, weil man erst alles erklären muss.

Da heißt es erstmal Überzeugungsarbeit zu leisten. Daher gebe ich mittlerweile auch Workshops, arbeite gerade an einem eigenen Kurs und helfe anderen VAs, die sich auf Onlinekurse spezialisieren wollen.

Welche Tools hast du dir beigebracht, um Expertin für Onlinekurse zu werden?

Ich bin ein riesengroßer Canva-Fan geworden. Die meisten Arbeitsmaterialien erstelle ich dort.

Da es aber auch immer wieder Anfragen gibt, bei denen am Ende ein Workbook als Printmedium herausgegeben werden soll, arbeite ich mich gerade bei Affinity Publisher ein. Canva stößt da gerade bei der Farbumgebung an seine Grenzen.

Dann arbeite ich noch mit pdfescape, um die Arbeitsblätter beschreibbar zu machen. Lerntechnisch ist zwar das Beschreiben per Hand wesentlich effektiver, aber es gibt immer mehr Teilnehmer*innen, die ihre Arbeitsmaterialien am PC ausfüllen möchten.

Um kleine Bildschirmfotos zu machen, nutze ich screenpresso. Gerade wenn es eine Anleitung gibt oder ein Arbeitsblatt näher erläutert werden muss, bietet es sich an, ein kleines Bild zu nutzen.

Und dann sind da noch die Kursplattformen. Die meisten meiner Kund*innen sind bei Elopage. Aber auch andere Plattformen sind mittlerweile vertreten und müssen bespielt werden.

Und selbst bei den gängigen Office-Anwendungen konnte ich noch einiges dazulernen.

Das nächste Tool wird Prezy. Eine neue Kundin möchte damit ihre Folien damit erstellen. Das Programm steht schon länger auf meiner Liste. Da freue ich mich immer riesig, wenn die Einarbeitung plötzlich zur Priorität wird, weil ein Kundenauftrag wartet.

Wie lange bist du schon Virtuelle Assistentin?

Ich habe im September 2019 angefangen als VA zu arbeiten. Damals noch auf alles spezialisiert, was ich konnte und was mir einigermaßen Spaß macht.

Anfang 2020 kam dann die endgültige Positionierung auf Onlinekurse mit dem Schwerpunkt der Arbeitsmaterialerstellung.

Wann oder wo hast du zum ersten Mal von der Virtuellen Assistenz gehört?

Das war kurz bevor ich selbst eine VA wurde.
Meine Elternzeit war fast zu Ende und ich musste mich entscheiden, ob ich zurück in meinen 9-to-5 Job wollte oder neue Wege für mich entdecke. Ich hatte bereits eine 16jährige Tochter, die gerade in ihren ersten 3 Lebensjahren oft auf mich verzichten musste. Damals war ich mitten im Studium und hatte meinen Studentenjob.

Bei meinem Sohn wollte ich jetzt die Zeit mit ihm in vollen Zügen geniessen können und habe mich nach einer Tätigkeit umgesehen, die ich auch von zu Hause gut machen kann.

Bei der Suche bin ich dann auf die Virtuelle Assistenz gestoßen. Habe Blogartikel gelesen (übrigens besonders gern deine, Fidan, weil sie meistens sehr konkrete Tipps und Tricks enthalten und nicht nur an der Oberfläche kratzen).

Die Vielfältigkeit und die einzelnen Möglichkeiten haben mich sofort angesprochen. 2 Wochen später stand fest: Ich werde VA.

Welchen Beruf hast du ursprünglich erlernt? Hilft dir dein beruflicher Background bei deiner Tätigkeit als Virtuelle Assistenz? Welche Fähigkeiten, die du dir während deiner Anstellung angeeignet hast, bringen dir Vorteile?

Durch mein Lehramtsstudium und die Arbeit im Bildungsunternehmen bin ich mit den besten Voraussetzungen gestartet.

Besonders die Konzeption von Lehrplänen und natürlich das Erstellen von Arbeitsblättern und anderen Schulungsunterlagen helfen mir sehr. Ich habe viele Offline-Schulungen gegeben und natürlich den klassischen Schulunterricht durchgeführt. Das ist ein enormer Pluspunkt, wenn es darum geht, auszuloten, wieviele Inhalte z.B. in einen 1-stündigen Workshop passen.
Ich kann in Kundengesprächen recht gut nachvollziehen, was gerade gebraucht wird. Da kommen mir dann auch mal die Gespräche mit Eltern und Schulleitungen aus meiner Zeit im Bildungsunternehmen zugute.

Und bei der Erstellung von Arbeitsblättern und Workbooks gelingt es mir durch meine Erfahrungen das Wissen meiner Kund*innen erlebbar zu machen, motivierend zu verpacken und genau einschätzen zu können, welche Methode und welches Arbeitsmaterial die Teilnehmerinnen brauchen, um die Lernziele erfolgreich umzusetzen.

Vielen Dank für das Interview liebe Andrea!

Als Virtuelle Assistentin unterstützt Andrea ihre Kunden dabei, ihren (Onlinekurs-)Angebot komplett zu machen. Mit den richtigen Unterrichtsmaterialien schafft sie gemeinsam einen Mehrwert für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen ihrer Kunden. Mehr über Andrea erfährst du hier.

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